Zahlenteil eines Businessplans in 4 Schritten

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Nachdem Sie die 9 Punkte für den Textteil Ihres Businessplans abgehakt haben, geht es an die Zahlen. Dabei richten Sie Ihr Augenmerk auf vier Verschiedene Bereiche. Welche das genau sind, erfahren Sie im Folgenden:

Gezeichnete Lampe und dem Plan
Schauer alle Punkte zur Erstellung eines Businessplans an

#1: Monatliche Privatentnahmen

Stellen Sie eine Liste Ihrer privaten Ausgaben und Einnahmen zusammen. Dabei könnten Ihnen Haushaltsbücher aus vergangenen Jahren helfen, falls Sie so etwas haben, oder aber auch Ihr Steuerberater. Überlegen Sie, wie hoch Ihre privaten monatlichen Ausgaben und Einnahmen im ersten Jahr Ihrer Selbstständigkeit sind. Rechnen Sie Ihre privaten Ausgaben und Einnahmen für das zweite und dritte selbstständige Jahr hoch (ebenfalls jeweils auf Monatsbasis).

Berücksichtigen Sie bei Ihren Einnahmen gegebenenfalls das Auslaufen von Zuschüssen sowie mögliche Preissteigerungen bei den Ausgaben oder im Zeitablauf zusätzlich anfallende Kosten. Am Ende dieser Berechnungen steht der Saldo, der Ihnen sagt, wie viel Sie mit Ihrer Selbstständigkeit verdienen müssen, um Ihre privaten Lebenshaltungskosten zu decken.

#2: Kapitalbedarf und Finanzierung

Unterschätzen Sie nicht den Kapitalbedarf und klären Sie unbedingt die Finanzierung. Je mehr Sie sich dessen bewusst sind, desto wahrscheinlicher wird das Plus am Ende der Rechnung. Tragen Sie deshalb Ihre voraussichtlichen Investitionen und Gründungsnebenkosten zusammen, die einmalig anfallen.

Kalkulieren Sie den  Betriebsmittelbedarf für die Anlaufphase großzügig, damit Sie Ende des Monats keine böse Überraschung erleben. Bedenken Sie auch, dass Sie zu Beginn Ihrer Selbstständigkeit Ihre privaten Kosten gegebenenfalls noch nicht abdecken können. Erläutern Sie die Positionen Ihres Kapitalbedarfsplans, damit Sie nachvollziehbar werden.

Beachten Sie, dass ihr Eigenkapital die Grundlage für eine solide Unternehmensfinanzierung bildet. Sie können jedoch prüfen, ob staatliche Finanzierungshilfen wie Darlehen, Zuschüsse, Beteiligungen oder Bürgschaften für Sie und Ihr Unternehmen in Frage kommen.

#3: Rentabilitätsvorschau

Zu den wichtigsten Berechnungen Ihres Businessplans zählt die Rentabilitätsvorschau. Erläutern Sie zu Ihrer Prognose wichtige Positionen der Ertragsvorschau, insbesondere Umsätze, Wareneinsatz und Rohertrag, aber auch Aufwendungen für Personal, Werbung etc., und kommentieren Sie gegebenenfalls auch das wirtschaftliche Ergebnis. Berücksichtigen Sie …

  • …, dass Sie Planzahlen netto (ohne Umsatzsteuer) ansetzen.
  • … alle betrieblichen Kosten.
  • …, dass Umsätze separat auszuweisen sind, falls Ihr Unternehmen in unterschiedlichen Geschäftszweigen tätig ist (zum Beispiel Handel und Dienstleistungen).
  • … die Kreditzinsen in der Ertragsvorschau.
  • … Abschreibungen (AfA).
  • …, dass Personalkosten folgende Teile beinhalten: Löhne und Gehälter, Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung und freiwillige soziale Aufwendungen.

Falls Ihnen die Prognose Ihrer Umsätze, Kosten und Gewinne schwerfällt, sollten Sie erfahrene Fachleute wie Unternehmensberater oder Steuerberater hinzuziehen.

#4: Liquiditätsplanung

Mit einer durchdachten Liquiditätsplanung geraten Sie nie in Zahlungsverzug, da Sie damit Ihren Geldeingang und -ausgang festhalten. Zudem ist dieser Teil Ihres Businessplans die Grundlage für jedes Gespräch mit Ihrer Bank.

Um einen Liquiditätsplan zu erstellen, prüfen Sie, zu welchem Zeitpunkt es voraussichtlich zu einer Ein- oder Auszahlung kommt, also wann Ihre Kunden zahlen und wann Sie beispielsweise die Miete oder Lieferanten bezahlen müssen.

Münzen die sich vermehren
Mit einem guten Businessplan steigt der Erfolg stätig

Fazit zum Businessplan

Ein Businessplan ist ein umfassendes Schriftstück über Ihre Unternehmensplanung und hilft Ihnen dabei, den Überblick zu behalten, Ziele umzusetzen und potentielle Investoren zu überzeugen. Der klassische Businessplan besteht aus dem Text- und dem Zahlenteil. Sie fassen kurz und prägnant zusammen, was Ihre Geschäftsidee ist, was die größten Stärken aber auch Risiken sind und wie die Ziele für die ersten Jahre aussehen.

Ihr Businessplan beinhaltet die persönliche Gründervorstellung, bei der Ihre Berufskenntnisse und Qualifikationen von Bedeutung sind. Zudem beschreiben Sie hier die Produktidee, inklusive Nutzen und Alleinstellungsmerkmal (USP). Eine Marktanalyse und die Präsentation des Marketingkonzepts, in dem beschrieben wird wie man die Wunschkunden am besten erreichen möchte, gehört ebenfalls dazu.

Nicht zuletzt ist auch die Beschreibung der Unternehmensführung mit der Vorstellung von Organisation und Mitarbeitern, aber auch die Klärung der Rechtsform Teil des Businessplans. Ebenso wie der Finanzplan mit Abschätzung von Erlösen, Kosten und der Planung des benötigten Kapitals. Bei der Zukunftsaussicht darf die Risikoanalyse nicht fehlen, bei der Sie als Gründer auf die größten Risiken hinweisen müssen.

Ihr Businessplan ist wichtig, da er als Geschäftskonzept sowohl Visitenkarte als auch Rückgrat Ihres Unternehmens ist und Sie mit diesem Plan langfristig erfolgreich sein werden.

Fotos: Pixabay / User geralt, nattanan23

(Teil 2 von 2) der Blogbeiträge:

Warum einen Businessplan erstellen? – 6 Gründe


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