Warum einen Businessplan erstellen? – 6 Gründe

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Ein strukturiertes Vorgehen ist nicht nur bei der Kundenakquise von Vorteil, sondern auch bei dem Schritt in die Selbstständigkeit. Sich selbstständig zu machen, bedeutet vor allem, dass man “selbst” und “ständig” ist. Um dabei den Überblick zu behalten, ist besonders eines wichtig: ein guter Plan, genauer gesagt ein guter Businessplan.

Schild Businessplan vor einem steigenden Pfeil
Erstelle einen Businessplan für deinen Erfolg

Ein Businessplan ist ein schriftliches Dokument, in dem Sie das Konzept Ihres neu zu gründenden Unternehmens festhalten. Das dient einerseits Ihnen als Gründer als eine Vorab-Analyse Ihrer Geschäftsidee, andererseits bietet der Businessplan potentiellen Investoren einen umfangreichen Überblick Ihres Geschäftsmodells und der Finanzierung.

Schlussendlich sollte Ihr Businessplan Ihnen und allen Interessierten beantworten, welche Produkte/Dienstleistungen Sie, zu welchem Preis, wie, auf welchen Markt bringen wollen.

6 Gründe für einen Businessplan

Sie haben eine Idee, sprühen nur so vor Begeisterung und wollen lieber heute als morgen durchstarten, anstatt sich mit so etwas wie einem Businessplan aufzuhalten? Das ist verständlich und Ihre Motivation ist toll. Dennoch sollten Sie sich die Zeit für einen ausgefeilten Businessplan nehmen, denn…

  1. … mit einem Businessplan können Sie Ihr Unternehmen präzise definieren.
  2. … durch einen Businessplan können Sie sich vollkommen auf Ihr Ziel fokussieren.
  3. … mit einem Businessplan gelangen Sie an ein vollständiges Bewusstsein über das Ziel Ihres Unternehmens.
  4. … der Businessplan bietet Ihnen einen einen konkreten Leitfaden für zukünftige Unternehmensentscheidungen.
  5. … durch den Businessplan können Sie alle relevanten Vorstellungen rechtzeitig mit eventuellen Partnern und/oder Investoren klären.
  6. … mit einem Businessplan werden Sie nicht nur mittel-, sondern langfristig erfolgreich sein.

Stellen Sie sich Ihren Businessplan also als Visitenkarte und Rückgrat Ihres noch jungen Unternehmens vor.

Der Businessplan – Aufbau als Checkliste

Der typische Businessplan besteht aus einem Text- und einem Zahlenteil. Im Textteil erfolgt eine Darstellung von Ihnen Gründerperson und Ihrem Vorhaben. Im Zahlenteil befassen Sie sich mit Planungsrechnungen, also mit der Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplanung, Rentabilitätsvorschau, Tragfähigkeit hinsichtlich der Privatausgaben und der Liquiditätsplanung.

Textteil des Businessplans in 9 Schritten

Was alles in den Textteil Ihres Businessplans gehört, habe ich hier einmal für Sie aufgeschlüsselt. Abgesehen von den Daten am Anfang, fassen Sie bitte alles in einem Fließtext zusammen; die Auflistung dient hier nur der Strukturierung und Übersicht.

#1: Daten

Zunächst geben Sie Ihre Daten an:

  • Name
  • Vorname
  • Geburtsdatum
  • Straße
  • Postleitzahl und Ort
  • Telefonnummer
  • E-Mail-Adresse
  • Internetseite
  • Branche
  • Standort

#2: Zusammenfassung Ihrer Idee als Ausblick

Ihre Zusammenfassung können Sie sich vorstellen, wie der Trailer für einen Kinofilm. Sie sollten darin diese Fragen beantworten:

  • Wer sind Sie?
  • Was ist Ihre Geschäftsidee?
  • Warum werden Sie mit Ihrer Geschäftsidee Erfolg haben?

Diese drei Fragen können Sie am besten am Ende Ihres Businessplans beantworten. Deshalb sollten Sie erst die Punkte #3 bis #9 abhaken, bevor Sie Ihren Business-Trailer verfassen.

#3: Ihr Profil

Ein potenzieller Investor möchte mehr von Ihnen wissen als Ihren Geburtstag oder Ihre Kontaktadressen. Die Frage aller Fragen ist für ihn: Was sind Ihre Qualifikationen?
Zeigen Sie, dass Sie aufgrund Ihres bisherigen Lebensweges (beruflich wie privat) mehr als ausreichend qualifiziert sind, um ein erfolgreiches Unternehmen zu führen.

Dabei zählt in erster Hinsicht Ihre berufliche und fachliche Qualifikation. Der zweite Blick geht hin zu Ihren kaufmännischen Qualitäten. Kennen Sie zum Beispiel die betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge eines Unternehmens? Was Sie auch darstellen sollten, sind besondere Fähigkeiten und Erfahrungen. Hierbei geht es um Ihre Branchenerfahrung und Ihre Kenntnisse bezüglich Mitarbeiterführung, Kalkulation oder Marketing, aber auch um Ihre Führungsqualitäten.

Zum Ende Ihres Profils geht es ans EIngemachte: Motive und Ziele, Stärken und Schwächen. Beschreiben Sie, was Sie motiviert und welche Ziele Sie mit Ihrer Selbstständigkeit haben. Fokussieren Sie sich auf Ihre Stärken und stellen Sie dar, wie Sie diese nutzen können, um eventuelle Defizite auszugleichen.

#4: Produkt- bzw. Geschäftsidee

Führen Sie Ihre Geschäftsidee aus. Bedenken Sie dabei, dass auch ein Fachfremder Ihre Ideen nachvollziehen können muss. Um welches Produkt, welche Dienstleistung oder welchen Service handelt es sich genau? Stellen Sie Ihr Leistungsangebot ausführlich dar.

Neben Ihrem Angebot ist auch wichtig zu wissen, wen Sie damit ansprechen wollen. Ziehen Sie dabei den besonderen Nutzen Ihrer Leistung für die Kunden, Ihren Unique Selling Point (USP) in Betracht. Um zu veranschaulichen, wer Ihre Zielgruppe ist, können Sie zum Beispiel eine Buyer-Persona erstellen.

Marktanalysedaten auf einem Tablet sowie auf Papier
Erstelle eine Marktanalayse

#5: Darstellung und Analyse des Marktes

Welchen Herausforderungen stellen Sie sich mit Ihrem Angebot? Zeigen Sie dies an der aktuellen Markt- und Wettbewerbssituation auf. Beziehen Sie dabei die Entwicklung, Chancen und Risiken Ihrer Branche mit ein. Dazu können Sie sich auch auf  Branchenkennziffern oder -vergleichszahlen berufen.

Reflektieren Sie außerdem den Standort Ihres geplanten Unternehmens: Warum haben Sie Ihre Existenz gerade hier angesiedelt und in welchem Umkreis wollen Sie Ihr Angebot etablieren? Erwähnen Sie dabei auch die Konkurrenz vor Ort. Nennen Sie Ihre Wettbewerber und was Sie über deren Image, Strategien, Stärken und Schwächen wissen.

#6: Marketingkonzept

Beschreiben Sie Ihre Strategie. Heben Sie Ihre Alleinstellungsmerkmale (USP) hervor und erklären Sie so die Vorteile, die Sie gegenüber der Konkurrenz haben. Gehen Sie zusätzlich auf Ihre Preisvorstellungen ein; was ist dahingehend Ihr Konzept?

Wenn Sie sich darüber im Klaren sind, geht es um den Markteintritt und die Kundenakquise und Werbung im weiteren Verlauf. Machen Sie sich Gedanken darüber, wie Sie einen höheren Bekanntheitsgrad erreichen und welche Werbemaßnahmen und -plattformen Ihnen dabei helfen können. Nicht zuletzt geht es auch um Ihr Auftreten. Was soll Ihr Unternehmen ausstrahlen? Dazu gehören der Name Ihrer Firma, ebenso wie das Logo.

#7: Organisations- und Mitarbeiterplanung

Bei der Organisations- und Mitarbeiterplanung müssen Sie zunächst die Rechtsform Ihres Unternehmens klären. Werden Sie sich dann über Ihre Rolle im Unternehmen klar. Erläutern Sie dazu die verschiedenen Aufgaben- und Verantwortungsbereiche Ihres Unternehmens und deren Organisation. Überlegen Sie, welche Aufgaben Sie selbst übernehmen können und welche Sie delegieren wollen. Wenn Sie Gründungspartner haben, sollten Sie sich zusammensetzen und schauen, wer welche Verantwortungsbereiche übernimmt.Wenn Sie eine klare Unterteilung der verschiedenen Aufgabenbereiche haben, machen Sie sicher Gedanken darüber, wie viele Mitarbeiter Sie dafür benötigen und welche Qualifikationen diese haben sollten.

Wenn diese Fragen geklärt sind, geht es als nächstes um die Planung der Räumlichkeiten und technischen Ausstattung. Beschreiben Sie, welche Räumlichkeiten Sie benötigen bzw. beziehen wollen und welche Ausstattung für den Betriebsablauf notwendig ist. Bei der Lage Ihres Unternehmens müssen Sie dabei auf Punkte wie Erreichbarkeit für Kunden,  Verkehrsanbindung und Parkmöglichkeiten eingehen. Je nach Branche brauchen Sie verschieden beschaffene Räume, zum Beispiel Büro, Laden, Werkstatt oder Lager. Bedenken Sie die Größe, aber auch ob Sie kaufen oder mieten wollen und ob Sie gegebenenfalls besondere Anforderungen durch gesetzliche Bestimmungen beachten müssen.

Haben Sie die Räumlichkeiten schon vor Augen, müssen diese eingerichtet werden. Machen Sie eine Liste, was Sie für einen reibungslosen Betriebsablauf brauchen: Möbel, Materialien, Maschinen. Ordnen Sie diese Dinge nach Priorität; was muss bei Betriebsbeginn vorhanden sein und was kann erst mittelfristig angeschafft werden.

#8: Zukunftsaussichten inklusive Risikoanalyse

“Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?” –  das ist nicht nur eine beliebte Frage bei Bewerbungsgesprächen, sondern auch eine, die Sie sich beim Verfassen Ihres Businessplans stellen sollten. Was wollen Sie langfristig in und mit Ihrem Unternehmen erreichen? Halten Sie Ihre Visionen fest! Stellen Sie dabei Ihre Chancen heraus. Lassen Sie jedoch nicht mögliche Risiken außer Acht. Überlegen Sie, wie Sie diese gegebenenfalls vermeiden oder minimieren können.

#9: Anlagen

Um erneut den Vergleich zwischen Businessplan und Bewerbung zu ziehen: auch hierbei benötigen Sie gewisse Anlagen, denn mit Ihrem Businessplan “bewerben” Sie sich und Ihre Idee unter anderem auch bei potentiellen Investoren. Fügen Sie Ihrem Plan also bitte folgende Anlagen bei:

  • Lebenslauf
  • Zeugnisse
  • Weiterbildungsnachweise
  • Vertragsentwürfe
  • Ggf. Finanzierungsnachweis

 Fotos: Pixabay / User geralt, Pexels

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(Teil 1 von 2) der Blogbeiträge:

Teil 2 : Zahlenteil eines Businessplans in 4 Schritten